Grobe Fahrlässigkeit bei Livestream

Liste Vorchdorf hätte Pornokommentare jederzeit löschen können, sucht aber die Schuld bei den Anderen und unterstellt Sabotage

Nach dem beschämenden Livestream der Liste Vorchdorf mit vielen Sexeinträgen aus dem Darknet folgt nun der nächste Skandal. Listenführer Albert Sprung schiebt die Verantwortung seinem politischen Mitbewerb in die Schuhe. Eigentlich hätte er während der knapp 4 Stunden dauernden Sitzung jederzeit eingreifen und die Pornokommentare löschen bzw. „moderieren“ können. Dies ist jedoch nicht geschehen, obwohl die Liste Vorchdorf eigens einen Techniker vor Ort hatte. 

Husch-Pfusch und grob fahrlässig

Das Kopfschütteln und der Unmut sind groß: „Zuerst präsentiert er den Vorchdorfer Gemeinderat neben Pornokommentaren, und nun sind die anderen Schuld“, ärgern sich die Vorchdorfer Kommunalpolitiker quer durch die Bank über Albert Sprung. Über 3 Stunden und 46 Minuten lang dauerte der erste Live-Stream der Gemeinderatssitzung, den die Liste Vorchdorf ohne Abstimmung mit den anderen Fraktionen durchzog. Anfangs fielen zwei von drei Kameras aus, die Tonübertragung fuchste und dann häuften sich noch zahlreiche Pornokommentare wie „Find Girl and Fuck“, oder „OMG! Fuck Ad! Sex Cheaper Tinder“ am Live-Chat des Youtube-Kanals der Liste Vorchdorf. Dabei hätte das gar nicht passieren dürfen. Jeder, der einen Youtube-Kanal betreibt, kann seinen Chat moderieren. Neben unglaublicher Inkompetenz kommt nun also grobe Fahrlässigkeit dazu. 

Unabhängige Experten attestieren peinliches Versagen

Unabhängige Medienexperten haben den Vorfall genauer analysiert und kommen zu einem einheitlichen und deutlichen Fazit: Bei den Pornokommentaren handelte es sich um sogenannte „Spam-Bots“, die von selbst auf Livestreams aufmerksam werden. Erfahrene Youtube-Betreiber wissen darüber längst Bescheid und entgegnen diesem Problem damit, indem sie ihren Livechat verantwortungsvoll moderieren. Die Liste Vorchdorf hat dies jedoch fahrlässig verabsäumt. Selbst der eigens angeheuerte Techniker vor Ort hätte jederzeit eingreifen können. Stattdessen ließ man die Kommentare zu und tut nun so, als wäre das ein böswilliger Angriff der Anderen gewesen. 

Livechat moderieren: ein Kinderspiel

Auf den Hilfeseiten zum Thema „Livechat moderieren“ gibt das Videoportal Youtube einfache Tipps, die kinderleicht zu verstehen sind: „Am besten bereitest du dich auf deinen Livechat vor, indem du diese Tools zur Moderation einrichtest. Einige dieser Tools kannst du auch während deines Livestreams und danach nutzen“oder „Bei Veranstaltungen mit großer Zuschauerzahl empfiehlt es sich, mindestens einen Moderator für den Livechat zu bestimmen“ (1) https://support.google.com/youtube/answer/9826490

Die Moderation des Livechats wäre also ein Kinderspiel gewesen. Tatsächlich ignorierte Albert Sprung die peinlichen Pornokommentare stundenlang und löschte anschließend einfach alle Kommentare.  Im Nachhinein verdächtigt er nun den politischen Mitbewerb und macht diesen auch noch dafür verantwortlich, dass künftig kein Livechat mehr möglich sei.

Diese Vorgehensweise sorgt für großes Kopfschütteln und zeigt, mit welchem irreführenden Verhalten Listenführer Albert Sprung wieder einmal versucht, Stimmung gegen die ÖVP Vorchdorf zu machen, dessen Mitglied er einst war. 

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